Diskussion in den Sozialen Medien

Lieber Wohnungen statt Tunnel bauen: Das sagen Nutzer zum Ausbau des Frankenschnellwegs

Jana Röckelein

Online-Redakteurin

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14.4.2024, 07:00 Uhr
Der geplante Ausbau des Frankenschnellwegs sorgte bereits Anfang April für Demonstrationen in Nürnberg.

© IMAGO/IMAGO/Moritz Schlenk Der geplante Ausbau des Frankenschnellwegs sorgte bereits Anfang April für Demonstrationen in Nürnberg.

Die Klage gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs wurde abgewiesen - doch ein Freiticket für die Umsetzung ist das noch nicht, denn die Kläger haben noch ein letztes Ressort.

Wir wollten deshalb vergangene Woche auf NN.de und Facebook wissen: Was sagen Sie zum geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs? Ist die Umsetzung überfällig oder ist der Ausbau nicht mehr zeitgemäß?

Fast 5000 Nutzer haben auf NN.de abgestimmt. Das Ergebnis ist eindeutig: 33 Prozent sind für eine schnelle Umsetzung des Vorhabens, 66 Prozent finden das Projekt nicht mehr zeitgemäß und nur ein Prozent ist unschlüssig.

Falsche Prioritäten gesetzt

Ein reines Schwarz-Weiß-Denken gibt es beim Frankenschnellweg aber nicht, wie in den Kommentaren auf unserer Homepage deutlich wird. "Auch wenn die Anwohner am Frankenschnellweg Entlastung brauchen und das Autofahren seine Berechtigung hat - die Stadt braucht ein Gesamtkonzept für die Mobilität der Zukunft!", kommentiert beispielsweise ein Nutzer. Er stellt sich die Frage: "Was, wenn wir jetzt, "weil wir gewonnen haben", eine Mrd. Euro für ein Einzelprojekt versenken, dass wir in 10 Jahren, wenn es fertig ist, so niemals mehr planen und bauen würden?"

Ein anderer Nutzer sieht andere Prioritäten für Nürnberg. Wer nach Nürnberg mit dem Auto fahren müsse, könne dies auch über vorhandene Zufahrtsstraßen tun oder den Ring B4R nutzen. Statt eines Autobahntunnels sollte die Stadt lieber andere Prioritäten setzen, findet er und schreibt: "Um das Gemüse aus dem Knoblauchsland oder sonst woher nach Nürnberg zu bringen, braucht es keinen Ausbau der Kreisstraße zu einem Autobahntunnel. Diese kann man problemlos zurückbauen und auf der frei werdenden Fläche dringend nötige Wohnungen bauen."

Dass Prioritäten falsch gesetzt werden könnten, befürchtet auch ein anderer Nutzer auf Facebook, der kommentiert: "Aktuell herrscht etwas Größenwahn in der Stadt. Frankenschnellweg, Stadion, Opernhaus, Hafenbrücken, um die vier größten Projekte zu nennen. Kosten alle unglaublich viel Geld, welches die Stadt nicht hat. Und gleichzeitig marodieren Schulen vor sich hin und es fehlen Kindergärten und Betreuungsplätze."

Zumutung für alle Anwohner

Mit Blick auf die Anwohner am Frankenschnellweg spricht sich ein anerer Nutzer auf Facebook aber klar für einen Autobahntunnel aus: "Der aktuelle Zustand ist doch eine Zumutung für alle Anwohner! Wer will denn an dieser Strecke wohnen?", fragt er sich.

Ob der Tunnel auch langfristig Vorteile für Anwohner und Verkehrsteilnehmer bringen wird, beweifelt ein anderer Nutzer: "Besserer Verkehrsfluss bedeutet mehr Autos und Lkw, die diese Strecke nutzen. Ich weiß nicht, ob das langfristig Vorteile bringt."

Was sagen Sie zum geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs? Ist die Umsetzung überfällig oder ist der Ausbau nicht mehr zeitgemäß? Achreiben Sie uns Ihre Meinung via Kommentarfunktion!

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